Wimbledon nur auf Amazon — keine Alternative
Das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt läuft in Deutschland und Österreich exklusiv auf Amazon Prime Video. Wer Wimbledon live sehen will, kommt an einer Prime-Mitgliedschaft nicht vorbei — Sky zeigt es nicht, Eurosport zeigt es nicht, das Free-TV schon gar nicht. Amazon Prime Wimbledon ist die einzige legale Option, und daran wird sich so schnell nichts ändern.
Die Exklusivität mag für manche Zuschauer ärgerlich sein, hat aber auch Vorteile. Amazon investiert erheblich in die Produktion, bietet Übertragungen in 4K-Qualität und stellt deutschen Kommentar bereit. Die Plattform ist technisch ausgereift, die App läuft auf praktisch allen Geräten, und die Integration in das Prime-Ökosystem macht den Zugang unkompliziert.
Für Tennisfans, die bereits Prime-Mitglieder sind, fallen keine zusätzlichen Kosten an. Das unterscheidet Amazon von Eurosport oder Sky, wo Tennis-Übertragungen ein separates Abo erfordern. Wer sowieso bei Amazon bestellt und Prime Video nutzt, bekommt Wimbledon quasi als Bonus — zwei Wochen im Juli, die das Abo allein schon rechtfertigen können.
Die Tradition von Wimbledon ist einzigartig. Der All England Lawn Tennis Club richtet das Turnier seit 1877 aus, als einziges Grand Slam auf Rasen, mit weißer Kleiderordnung und royalem Publikum. Diese Atmosphäre nach Deutschland zu transportieren, ist Amazons Aufgabe — und sie gelingt besser, als man von einem Tech-Konzern erwarten würde.
Exklusivrechte erklärt
Amazon hat sich die deutschen und österreichischen Wimbledon-Rechte vor einigen Jahren gesichert, als der Streaming-Markt für Sport noch in den Kinderschuhen steckte. Laut Branchenberichten war es ein strategischer Schachzug, um Prime Video als Sportplattform zu etablieren. Wimbledon, das älteste und traditionsreichste Tennisturnier, war das perfekte Zugpferd.
Die Exklusivität gilt für den gesamten deutschsprachigen Raum — Deutschland, Österreich und die deutschsprachige Schweiz. Kein anderer Anbieter darf die Matches zeigen, nicht einmal in Ausschnitten während der Nachrichtensendungen. Das mag streng klingen, ist aber im Sportrechte-Geschäft üblich. Wer die Rechte kauft, will sie auch exklusiv nutzen.
Die genaue Vertragslaufzeit ist nicht öffentlich bekannt, aber Brancheninsider gehen von mehreren Jahren aus. Amazon hat Interesse an langfristigen Engagements, und Wimbledon als Marke profitiert von der globalen Reichweite eines Tech-Giganten. Die Partnerschaft scheint beiden Seiten zu nützen.
Historisch gesehen war Wimbledon in Deutschland lange beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen. ARD und ZDF übertrugen die Finals, und ganz Deutschland schaute Boris Becker zu. Diese Zeiten sind vorbei. Die Fragmentierung der Sportrechte hat dazu geführt, dass jedes Grand Slam bei einem anderen Anbieter landet — eine Situation, die für Fans frustrierend, für Rechteinhaber aber lukrativ ist.
Für andere Grand Slams gelten andere Regeln. Australian Open und Roland Garros laufen bei Eurosport, die US Open bei Sky. Nur Wimbledon ist komplett bei Amazon gelandet. Das macht die Juli-Wochen für Prime-Mitglieder besonders wertvoll — und für Nicht-Mitglieder besonders frustrierend.
Ein Wechsel der Rechte ist theoretisch möglich, wenn der aktuelle Vertrag ausläuft. Ob Sky, Eurosport oder DAZN dann mitbieten werden, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung zeigt aber, dass Amazon bei Sportrechten hartnäckig ist. Wer einmal Prime für Wimbledon abonniert hat, bleibt oft auch in den Folgejahren dabei.
Prime-Mitgliedschaft: Kosten und Extras
Amazon Prime kostet 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro im Jahr. Für diesen Preis bekommt man nicht nur Wimbledon, sondern das gesamte Prime-Paket: kostenlosen Versand, Prime Video mit Serien und Filmen, Prime Music, Prime Reading und gelegentliche Sonderangebote. Tennis ist ein Baustein in einem größeren Ökosystem.
Die Summe der Grand-Slam-Preisgelder liegt bei über 250 Millionen Dollar pro Jahr, was die wirtschaftliche Bedeutung dieser Turniere unterstreicht. Wimbledon allein schüttet Preisgelder in Höhe von etwa 50 Millionen Pfund aus. Für Zuschauer relativiert das die Kosten eines Prime-Abos — man sieht die besten Spieler der Welt um die höchsten Preise kämpfen, für weniger als einen Euro pro Tag.
Wer Prime nur für Wimbledon abschließen will, kann das Monatsabo nutzen. Zwei Monate für knapp 18 Euro decken das gesamte Turnier ab, von der Qualifikation bis zum Finale. Danach lässt sich das Abo kündigen, ohne dass weitere Kosten entstehen. Diese Flexibilität unterscheidet Amazon von Jahresverträgen bei anderen Anbietern.
Studenten erhalten einen Rabatt auf Prime, was die ohnehin günstigen Kosten weiter senkt. Auch Familienmitgliedschaften existieren, bei denen sich mehrere Personen ein Konto teilen können. Die Hürden sind bewusst niedrig gehalten — Amazon will Nutzer ins Ökosystem holen und dort behalten.
Die Extras jenseits von Tennis sind nicht zu unterschätzen. Prime Video hat sich zu einer ernstzunehmenden Streaming-Plattform entwickelt, mit Eigenproduktionen wie The Boys, Rings of Power und zahlreichen Sportübertragungen. Wer das Abo nach Wimbledon behält, findet genug Inhalte, um es zu rechtfertigen.
Für Bestandskunden ist die Rechnung einfach: Wimbledon ist inklusive, ohne Aufpreis, ohne zusätzliche Buchung. Man öffnet die App, wählt den gewünschten Court und schaut zu. Die Hürde ist so niedrig wie bei keinem anderen Anbieter.
Übertragungsqualität
Amazon überträgt Wimbledon in bis zu 4K Ultra HD mit HDR-Unterstützung, sofern das Endgerät es erlaubt. Die Bildqualität gehört zum Besten, was im deutschen Sportfernsehen verfügbar ist. Das satte Grün des Rasens, die weißen Linien, die Präzision der Ballwechsel — in 4K wirkt Wimbledon fast wie vor Ort.
Der deutsche Kommentar ist Standard, mit erfahrenen Sportjournalisten am Mikrofon. Für Puristen gibt es oft auch den originalen BBC-Kommentar als alternative Tonspur. Die Wahl liegt beim Zuschauer, was bei anderen Anbietern nicht selbstverständlich ist. Das Team wechselt je nach Match, aber die Qualität bleibt konstant professionell.
Das Multikanal-System ermöglicht es, zwischen verschiedenen Courts zu wechseln. Centre Court, Court 1, die Außenplätze — Amazon zeigt alles parallel. In der frühen Turnierphase, wenn auf zwölf Plätzen gleichzeitig gespielt wird, ist das unverzichtbar. Ein Klick, und man wechselt vom Fünf-Satz-Krimi auf Court 12 zum Favoritensieg auf dem Centre Court.
Die Benutzeroberfläche ist intuitiv gestaltet. Eine Übersichtsseite zeigt alle laufenden Matches, mit Live-Score und Möglichkeit zum direkten Einschalten. Wer mehrere Spiele gleichzeitig verfolgen will, kann auf manchen Geräten einen Splitscreen aktivieren — ideal für die vollgepackten ersten Turniertage.
Aufzeichnungen und Highlights stehen nach den Matches zur Verfügung. Wer ein Spiel verpasst hat, kann es am nächsten Tag komplett nachschauen. Die Mediathek bleibt einige Wochen nach Turnierend aktiv, was Zeit für Nachholbedarf gibt. Für besonders denkwürdige Matches lohnt sich das Archiv — manche Finals will man mehrfach sehen.
Technische Probleme sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Bei Spitzenspielen schalten Hunderttausende gleichzeitig ein, was Server belasten kann. Amazon hat in den letzten Jahren aufgerüstet, aber gelegentliche Ruckler in der Anfangsphase eines Finals sind nicht völlig ausgeschlossen. Im Großen und Ganzen funktioniert die Technik aber zuverlässig — deutlich stabiler als mancher TV-Kabelanschluss bei Gewitter.
Die Gerätekompatibilität ist umfassend. Fire TV Stick, Smart-TVs von Samsung, LG, Sony, Apple TV, Chromecast, Spielkonsolen, Smartphones, Tablets, Browser — die Liste der unterstützten Plattformen ist lang. Wer ein Amazon-Gerät besitzt, hat naturgemäß die beste Integration, aber auch auf Konkurrenzprodukten läuft Prime Video einwandfrei.
